Johann Veit Döll Deutscher Medailleurpreis "Johann Veit Döll"
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Deutscher Medailleurpreis „Johann Veit Döll“ 2010

Im Jahr 2009 rief der deutsche Repräsentant der Internationalen Medaillenföderation FIDEM im Namen der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst über 100 Künstler auf, ihre neuen Arbeiten für die Auswahl des deutschen Beitrages für die Weltausstellung der Medaillenkunst zum XXXI. Kongress der FIDEM im Juni 2010 in Tampere / Finnland einzureichen. Daraus wählte eine Auswahlkommission den insgesamt 61 Medaillen umfassenden deutschen Beitrag aus, der inzwischen mit guter Resonanz in Finnland präsentiert wurde. Diese für das gegenwärtige Medaillenschaffen in Deutschland repräsentative Auswahl bot für die Jurierung des Deutschen Medailleurpreises 2010 eine hervorragende und legitimierte Grundlage. Die Jury tagte am 19. November 2009 im Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Der Jury gehörten an:

Herr Ulf Dräger

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst, Kustos des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt der Stiftung
Moritzburg Halle / Saale, Kunstmuseum des Landes

Ralf Exner
Inhaber der I. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn GmbH, Preisträger des Deutschen Medailleurpreises 2006

Dr. Rainer Grund
Deutscher Repräsentant der Federation Internationale de la Médaille d’Art, Direktor des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen zu Dresden

Michael Kraus
Marketing-Leiter der Rhön-Rennsteig-Sparkasse, Meiningen

Prof. Hubertus von Pilgrim
Bildhauer, Pullach, Preisträger des Deutschen Medailleurpreises 2008

Ulrich Preußner
Leiter des Sport- und Kulturamtes der Stadt Suhl

Christoph Raab
Inhaber der Münzenhandlung Dr. Busso Peus Nachf. Frankfurt / Main

Dr. Axel Schmidt
Vorsitzender des Vereins Suhler Münzfreunde

Dr. Helmut Schubert
Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, Frankfurt / Main

Dr. Jens Triebel
Oberbürgermeister der Stadt Suhl

Uta Wallenstein
Leiterin des Münzkabinetts der Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha
Als Sekretär der Jury wirkte Dieter Bruhn, Suhl.

Folgende Auszeichnungen wurden vergeben:

 

 

Hauptsponsor Rhön-Rennsteig-Sparkasse

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Preisträger des Deutschen Medailleurpreises „Johann Veit Döll“ 2010:

Medaille „Kinderarmut“ von Arthur K. Grupp
In Ergänzung zu seinen beiden früheren Kunstmedaillen „Kindersoldaten“ und „Kinderarbeit“ möchte Arthur K. Grupp nun mit dem Werk „Kinderarmut“ erneut die Öffentlichkeit auf die unsagbare Lage der vielen hungernden Kinder in der Welt aufmerksam machen. Besonders betroffen sind auch Kinder, die beispielsweise nach verheerenden Naturkatastrophen oft auf Mittelstreifen von Straßen leben, in Staub und Dreck und in der durch Abgase verpesteten Luft. Oft elternlos, betteln sie um Wasser, Brot und Abfälle um überleben zu können. Abgesehen von der Gefahr vieler Krankheiten, denen diese bedauernden Geschöpfe ausgesetzt sind, fristen sie ihr Dasein; meist schutzlos und ohne jegliche Hilfe. Die vierseitige Kunstmedaille zeigt überglückliche Kinder ohne Kleidung, welche die letzten Lebensmittel verteilen, die sie besitzen. Sie leben teilweise im Freien oder in einer halbzerfallenen Behausung. Auch die Rettung eines ertrinkenden Kindes vor dem Hochwasser ist dargestellt. Auf der Rückseite sind Hilferufe in vielen Sprachen eingraviert. In der Hoffnung auf Hilf e, versuchen zwei Kinder ein in der Nähe wartendes Schiff zu erreichen um den Aasgeiern zu entgehen. Die Kunstmedaille ist von der Firma Liebl aus Tiefenbronn in Sterlingsilber gegossen und hat eine Größe von 60 × 60 mm. Jede einzelne Medaille ist in Handarbeit von Arthur K. Grupp persönlich nachziseliert und patiniert.

Biographisches zu Arthur K. Grupp

Arthur K. Grupp wurde 1929 in Plochingen geboren – heute tätig in Tiefenbronn. Er absolvierte von 1944 bis 1947 eine Ausbildung zum Graveurgesellen an der Berufs- und Meisterschule in Esslingen. Anschließend studierte er Design, Skulptur und Modellgestaltung an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. 1955 legte er die Meisterprüfung als Graveur ab. Bis 1978 folgten weitere Studien, Modellieren an der Töpferschule Posselt, Emailtechnik an der Clubschule Luzern und Kunstfotografie im Fotostudio Gartenmeier. Seit 1964 war Grupp als Lehrer für die Graveurinnung Stuttgart und an der Staatlichen Goldschmiedeschule in Pforzheim tätig. Von 1967 bis 1976 arbeitete er als Künstlerischer Leiter bei der Gravura AG in Luzern. Der Künstler errang diverse Preise und Anerkennungen für seine Medaillenarbeiten und Münzentwürfe in den Jahren 1982 bis 2005. Seine Medaillen wurden in zahlreiche private und öffentlichen Sammlungen aufgenommen.

 


 


 


 



 
 
 

Preisträgerin des Förderpreises des Deutschen Medailleurpreises 2010:

Medaille „Die Mauer ist nicht aus Beton, sondern aus Gedanken“ von Natalie Tekampe

Zum Förderpreis des Deutschen Medailleurpreises wurde mit der Maßgabe eingeladen, persönliche Erfahrungen mit der deutschen Einheit zu thematisieren. Vier Bildhauerstudenten der Hochschule für Kunst und Design – Burg Giebichenstein beteiligten sich mit plastischen Entwürfen.
Zur Preisträgerin des Nachwuchsförderpreises wurde der Medaillenentwurf von Natalie Tekampe „Die Mauer ist nicht aus Beton, sondern aus Gedanken“ gekürt.
Die Prägung der Medaille ermöglichte die „I. Dresdener Medaillenmünze Glaser & Sohn“, Inhaber Ralf Exner.

Biographisches zu Natalie Tekampe

* 1983, Studentin an der Hochschule für Kunst und Design – Burg Giebichenstein Halle / Saale.

Natalie Tekampe erlangte die Fachhochschulreife an der FH für Gestaltung München, wo sie eine Ausbildung zur Holzbildhauerin mit dem Gesellenbrief abschloss. Anschließend absolvierte sie Praktika für Bühnenplastik an Berliner Theatern. 2006 nahm Natalie Tekampe das Studium der Bildhauerei in Halle bei Bernd Göbel auf. Bereits 1996 erhielt sie einen ersten Preis für die Darstellung einer Tierherde in einem Wettbewerb der Auszubildenden im 2. Lehrjahr der städtischen Berufsfachschule für das Holzbildhauerhandwerk in München. 2007 gewann sie den Wettbewerb für das Zeichnen des Existenzgründerpreises des Landkreises Anhalt-
Bitterfeld. Im Jahr 2008 erhielt sie für einen Medaillenentwurf für die „Stiftung Zanthier-Akademie, Schule der Nachhaltigkeit e. V.“ eine Anerkennung.

 


 


 


 



   
 
 

Die TOP TEN des Deutschen Medailleurpreises J.V. Döll ® 2010

 

 


 

 
 

„Regen und Tau – kostbares Wasser geboren aus Nebel, Wolken und Luft“, 2007 von Erika Binz-Blanke

*1933 in Oebisfelde (Altmark), tätig in Baden-Baden.

Erika Binz-Blanke studierte bis 1952 an der Fachschule für Bildende und Angewandte Kunst in Magdeburg und anschließend an der Hochschule für Bildende Künste Berlin- Weißensee. Nach einjährigem Studium siedelte sie 1954 aufgrund politischer Verfolgung nach West-Berlin über. Seit 1955 ist sie in Baden-Baden als Künstlerin freischaffend tätig.
Neben der Münz- und Medaillengestaltung widmet sie sich der Wandmalerei, der Raumgestaltung, der Ausstattung von Spielen und dem Ausstellungsdesign. Erste Medaillen gestaltete sie 1989 zur Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland im Auftrag der Firma Münzhandel GmbH Deutsche Münze in Braunschweig (MDM). Nach 1990 edierte die Künstlerin regelmäßig persönliche Jahresmedaillen.

 

 


 



   
 
 

„Catwalk“, 2009 von Reinhard Eiber

*1953 in Marktredwitz, tätig in Feucht.


Reinhard Eiber absolvierte von 1972 bis 1974 eine Lehre zum Holzbildhauer und studierte im Anschluss bis 1980 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Bildhauerei bei Wilhelm Uhlig. Nach seinem Studium ließ er sich als freischaffender Bildhauer in Feucht bei Nürnberg nieder. Seit 1992 leitet der Akademische Oberrat Reinhard Eiber die Studienwerkstätte für Gipsgießen an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste.

 

 


 



   
 
 

„Der letzte Traum“ (Gustav II. Adolf von Schweden, zum 375. Todestag), 2007 von Bernd Göbel

*1942 in Freiberg (Sachsen), tätig in Halle / Saale.

Nach einer Lehre als Holzbildhauer von 1961 bis 1963 studierte Bernd Göbel Bildhauerei an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung, Burg Giebichenstein
Halle bei Gerhard Lichtenfeld. Von 1969 bis 1973 war er dort als Assistent, ab 1973 als Lehrbeauftragter und ab 1978 als Dozent und Leiter der Bildhauerklasse tätig.
1982 berief ihn die Hochschule für Kunst und Design– Burg Giebichenstein in Halle zum Professor für Plastik. Dieses Amt hatte der Künstler bis zu seiner Pensionierung
2009 inne. Bernd Göbel wurde 1973 mit dem Will-Lammert-Preis, 1975 mit dem Gustav-Weidanz-Preis, 1984 mit dem Kunstpreis der DDR und 2000 mit dem J. Sanford Saltus Award der American Numismatic Society (ANS) ausgezeichnet.
Im Jahr 2002 wurde ihm als erstem deutschen Künstler in Paris der Grand Prix der Fédération Internationale de la Médaille verliehen.

 

 


 



 


 
 

„Dante und Beatrice“, 2007 von Peter G. Güttler

*1939 in Greifswald, tätig in Dresden.

Peter Götz Güttler studierte nach einer Lehre als Forstarbeiter bis 1967 an der Technischen Universität Dresden Architektur. Von 1968 bis 2003 war er hauptberuflich als Architekt tätig. Seit 1956 beschäftigt er sich nebenberuflich
mit Malerei, Grafik und Plastik. 1971 gestaltete Güttler zur Geburt des Sohnes Torsten seine erste Medaille. Inzwischen umfasst sein OEuvre etwa 500 Medaillen. Im Jahr 2006 wurde er für die Spendenmedaille „Tsunami“ mit dem ersten
Deutschen Medailleurpreis geehrt. Im Jahr 2009 wurde Güttler mit dem „Hilde-Broër-Preis“ der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der
Kulturgemeinschaft Kressbronn sowie mit dem „Eligius-Preis“ der Deutschen Numismatischen Gesellschaft ausgezeichnet.

 

 


 



   
 
 

„Alter Kater“, 2009 von Christine Heitmann

*1937 in Dessau, tätig in Dresden.

Christine Heitmann studierte Bildhauerei bei Hans Steger an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden von 1962 bis 1966. Seit 1974 ist sie freischaffend als Bildhauerin tätig. 1989 war Heitmann Mitbegründerin der Dresdner Sezession ’89.

 

 

 

 
 

„Anna-Amalia-Bibliothek Weimar“, 2004 von Jürgen Ellenberg (grafischer Entwurf) und Helmut König (Stempelschnitt und Prägung).

Jürgen Ellenberg
*1941 in Erfurt, tätig in Erfurt.

Jürgen Ellenberg absolvierte Ausbildungen zum Offsetretuschierer und zum Grafischen Zeichner. Von 1966 bis 1969 studierte er Gebrauchsgrafik an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin. Anschließend war er
in Erfurt als Grafiker, seit 1975 freiberuflich, tätig. Seinen ersten Medaillenentwurf zeichnete er im Jahr 1976 zur 1 100-Jahr-Feier der Stadt Sömmerda.
Die Umsetzung seiner Entwürfe in Prägemedaillen erfolgt zusammen mit dem befreundeten Medailleur Helmut König.

Helmut König
*1934 in Mailand, tätig in Zella-Mehlis.

Helmut König legte 1953 seine Gesellenprüfung zum Jagdwaffen- und Stahlstempelgraveur in Mainz ab und schloss 1962 die Prüfung zum Graveurmeister an. 1972 gründete er seine eigene Werkstatt in Zella-Mehlis. Seine erste Medaille entstand 1974 im Auftrag des Kulturbundes der DDR. Ab 1977 war Helmut König als anerkannter Kunsthandwerker und später auch Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR selbständig tätig. Helmut König gilt als der Altmeister der spezifischen Tradition der Südthüringer Prägemedaille, der er sich
verpflichtet fühlt.

 

 


 



   

 

 
 

„Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland“, 2008 von Anna Franziska Schwarzbach

*1949 in Rittersgrün (Erzgebirge), tätig in Berlin.

Anna Franziska Schwarzbach studierte nach einer Lehre zur Rinderzüchterin von 1968 bis 1973 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Architektur bei Selman
Selmanagic und übte den Beruf der Architektin bis 1975 aus. Seit 1977 ist sie als freischaffende Bildhauerin tätig. Die Künstlerin gilt als Initiatorin der Erneuerung des
deutschen Eisenkunstgusses. Im Jahr 2006 wurde sie im gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ausgelobten Wettbewerb für eine Taufmedaille mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

 

 


 



   

 

 
 

„Peter Härtling, zum 75. Geburtstag“, 2008 von Angelika Wetzel

*1934 in Häfnerhaslach (Württemberg), tätig in Stuttgart.

Angelika Wetzel studierte von 1954 bis 1961 Bildhauerei bei Emilio Greco an der Accademia di Belle Arti di Carrara, bei Bernhard Heiliger an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Seit 1959 ist die Künstlerin freischaffend als Bildhauerin in Stuttgart tätig. In den Jahren 1983 und 1984 übte sie eine bildhauerische Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart aus. Angelika Wetzel wurde im Jahr 2000 mit dem Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg und im Jahr 2003 mit dem Erich-Heckel-Preis des Baden- Württembergischen Künstlerbundes ausgezeichnet. Im Jahr 2008 erhielt die Künstlerin den „Hilde-Broër-Preis“ von Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst
und der Kulturgemeinschaft Kressbronn.

 

 


 



   

 

 
 

„Der Zobl Welttaler 11 – Netzwerk in der Sonne:
… erkennen, finden, vertrauen“, 2009 von Helmut Zobl

*1941 in Schwarzbach (Österreich), tätig in Wien.

Helmut Zobl besuchte die Kunstgewerbeschule in Steyr und studierte von 1960 bis 1965 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1961 nahm er an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg bei Oskar Kokoschka teil. Von 1967 bis 1970 war Zobl als Assistent bei Ferdinand Welz an der Meisterschule für Medaillenkunst tätig. Seit 1969 setzt sich der Künstler intensiv mit der Prägekunst auseinander. Im Jahr 1993 erhielt er den 1. Preis bei der Medaillenquadriennale in Kremnica (Slowakei). 1999 wurde ihm der Titel eines Professors verliehen.

 

 


 



   

 

 
  Die Fotorechte von den Medaillen der Top Ten und den beiden Preisträgern liegen bei David Brandt.

Die Fotorechte von der Jurierung in Dresden und Bilder von Arthur Grupp liegen bei Herrn Ulrich Preußner.